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FORSCHUNGSBEREICH ALTERSVORSORGE

Das institut für finanzdienstleistungen (iff) hat in den letzten Jahren unter anderem für die Bertelsmann Stiftung die "Riester-Rente" analysiert und an Reformvorschlägen mitgearbeitet. Daneben hat das iff den Deutschen Gewerkschaftsbund bei Gruppenverträgen zur "Riester-Rente" für Beamte konkret bei den Vertragsbedingungen beraten, an Beratungsgesprächen des Verbraucher­schutz­ministeriums, BMVEL, zur Verbesserung der Transparenz bei der "Riester-Rente", teilgenommen und den Dachverband der Verbraucher­zentralen, den VZBV, konzeptionell unterstützt.

Angewendet hat das iff dabei sein SALIS-Konzept, welches bei den Produkten neben der Sicherheit (Security), der Liquidität (Liquidity) und der Rendite (Interest Rate) auch die Fragen der Erreichbarkeit (Access) und der sozialen Verantwortung (Social Responsibility) untersucht hat.

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das iff über zwei Jahre die "Riester-Rente" (AVmG) analysiert und ent­sprechende Lücken in der Gesetzgebung und bei den Produkten heraus gearbeitet. Der im März 2003 erschienene Vorsorgereport (siehe hierzu auch iff-Aktuell vom 03. März 2003) stellt die wesentlichen Ergebnisse dar. Das iff verfolgt dabei einen gruppenspezifischen Ansatz, in dem es sich problematische und durchbrochene Lebensläufe angesehen und als Basis für Tests genommen hat.

Wesentliche Kritik an der "Riester-Rente" ist die Intransparenz der Produkte, die Benachteiligung von bestimmten Gruppen und die undurchsichtigen Folgen bei Abbruch. Ein Bürger sollte die Möglichkeit haben, innerhalb von fünf Minuten drei Angebote miteinander vergleichen zu können und das für ihn am geeignetste zu erkennen. Das ist derzeit nicht der Fall. Der Gesetzgeber ist gefragt, bestehende Ungleichheiten zu beseitigen und für Transparenz der Produkte zu sorgen. So sollten zum Beispiel die Gesamtkosten klar und verständlich angegeben werden müssen.

Übersehen wird auch, dass die meisten Lebensläufe nicht linear und mit steigendem Einkommen bis zum 65. Lebensjahr verlaufen, sondern durchbrochen sind durch Erziehungszeiten, Arbeitslosigkeit, Umschulungen und Neuorientierungen. Zwar beginnen die Anbieter, auf die notwendig gewordene Flexibilisierung des Einzelnen zu reagieren, doch werden gerade Altersvorsorge-Produkte dabei nicht berücksichtigt. Gesetzgebung und Produktanbieter sollten zukünftig darauf achten, dass die geschaffenen Produkte nicht nur für einen fiktiven Durchschnittsbürger, sondern für alle Gruppen geeignet sind. Dazu müssen Modellhaushalte, wie das iff sie verwendet, weiterentwickelt und verwendet werden

Auch bei der betrieblichen Altersversorgung, die mit der parallelen Einführung der Entgeltumwandlung eine Renaissance erfahren hat, kommt es entscheidend darauf an, wie transparent und flexibel die Produkte sind. Wechsel und Abbruch der betrieblichen Altersversorgung bedeuten aber derzeit immer noch in der Regel Verluste für den Arbeitnehmer, ohne dass ihm diese deutlich gemacht werden. Allein die Zillmerung führt bei häufigem Arbeitgeberwechsel und damit verbundenem Pensionskassen-Wechsel zu einer Halbierung der betrieblichen Altersversorgung.

 

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