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Projekt 1049

Titel

Insolvenzprävention - Vorbeugung und Verhinderung wirtschaftlichen Scheiterns von Kleinunternehmen

Projektrahmen

Das Projekt wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von 2000 - 2003 durchgeführt.

Kleinunternehmen in der Krise

Kleinunternehmen (inklusive Existenzgründer) sind überproportional von finanziellen Krisen und Insolvenzen betroffen. Diese haben ihre Ursache nicht allein in nicht-wettbewerbsfähigen Unternehmenskonzepten oder Managementdefiziten. Häufigste Krisen- und Insolvenzursache sind vielmehr Finanzierungsprobleme. Sie können beispielsweise ausgelöst sein durch eine fehlende Finanz- und Liquiditätsplanung, einem zu engen Finanzierungsrahmen bei der Hausbank und Forderungsausfällen. Zugleich sind die Finanzierungs- und Beratungskonzepte der Kreditinstitute zu wenig auf die Bedürfnisse der Kleinunternehmen abgestimmt.

Projekt Insolvenzprävention

Im Rahmen des Projekts Insolvenzprävention wurde ein Informations-, Beratungs- und Mediationsangebot entwickelt und erprobt. Ziel war es, auf diesem Weg Finanzkrisen und Insolvenzen von Kleinunternehmen vorzubeugen beziehungsweise abzuwenden, indem der Zugang zu angepassten Finanzierungsformen gefördert wird. Die Angebote dienen zugleich einer ausgewogeneren Kommunikation zwischen Kleinunternehmern und Kreditinstituten.

Umgesetzt wurden vier Instrumente. Sie ergänzen und bedingen sich gegenseitig. Das iff verfolgt damit einen ganzheitlichen Innovationsansatz.

Instrumente zur Insolvenzprävention

Krisen-Hotline

Das Telefon-Hotline-Konzept soll den Kleinunternehmer motivieren, auf eine bevorstehende Krise so früh wie möglich situationsgerecht zu reagieren. Die unabhängige Hotline soll dabei nach einem abgestuften Verfahren erste Orientierung zur Selbsthilfe bieten. Hierzu kann der Anrufende z.B. eine schriftliche Einschätzung der Unternehmenslage, eine Checkliste für Verbesserungsansätze oder Handlungsempfehlungen erhalten. Die Anfragen werden vertraulich und auf Wunsch anonym behandelt. Die >>> Krisenhotline Köln wurde im 1. Quartal 2003 in Köln getestet und mit Unterstützung der IHK zu Köln weitergeführt.

Finanzierungsratgeber

Durch einen internetgestützten Finanzierungsratgeber soll der Kleinunternehmer zum kompetenten Gesprächspartner werden, der seine Sache vertreten kann. Die Finanzinformationen sollen den Nutzern anhand von Fallstudien nahe gebracht werden. Diese Fallstudien sollen Kleinunternehmern ermöglichen, ihre Situation wieder zuerkennen und sich über Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Das Informationsangebot deckt alle relevanten Stationen - von der Gründung bis zum Eintritt der Krise - ab und vermittelt dem Unternehmer Basiswissen zum Finanzierungsbedarf, zu Finanzierungsformen und dem richtigen Umgang mit der Bank. Darüber hinaus wird er über typische Finanzierungsfehler aufgeklärt.

Kooperatives Finanzcontrolling

Kleinunternehmen müssen Liquiditätskrisen früh erkennen können. Banken benötigen wiederum Informationen, um eine bedarfsgerechte Finanzierung gewährleisten und Ausfallrisiken sicher beurteilen zu können. Das im Rahmen des Projekts entwickelte Softwarekonzept Kooperatives Finanzcontrolling soll beiden Partnern die notwendigen Informationsgewinne bringen. Die Software wird dem Kleinunternehmen individuell angepasst und kann bereits durch Eingabe weniger Monatsdaten hinreichend gepflegt werden. Ausgewiesen werden dann unterjährige Kennzahlen, die dem Unternehmen die Finanz- und Liquiditätsplanung erleichtern. Weitere Kennzahlen ermöglichen der Hausbank, ihr Kreditrisikocontrolling zu verbessern, um so Kleinunternehmen auch unter den neuen aufsichtsrechtlichen Kreditbestimmungen Zugang zu zinsgünstigen Krediten zu gewähren.

FinanzCheck

Mit der zu entwickelnden Beratungssoftware FinanzCheck kann der Kleinunternehmer Finanzierungsverträge oder -angebote überprüfen und bewerten lassen. Die Analyse gibt Auskunft darüber, ob die gewählte bzw. angebotene Finanzierungsform und die Konditionen adäquat sind. Diese Analyse soll die Grundlage für konstruktive Vertragsverhandlungen bilden.

Kontakt: info@iff-hamburg.de

 
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